110 Jahre Sängerlust 1907

Chöre lassen sich sehen und hören

Vöckelsbach. Der Gesangverein Sängerlust Vöckelsbach hat sich wieder einmal selbst übertroffen: Was aus Anlass des 110-jährigen Bestehens an Sehenswertem, aber vor allem Hörenswertem aufgeboten wurde, ließ am Ende nur begeisterte Gäste zurück. Wer nicht wusste, was sich im Dorfgemeinschaftshaus zutrug, konnte alleine schon am ringsum zugeparkten Dorfplatz erkennen, dass eine besondere Veranstaltung mit großem Zuspruch stattfand. Und besonders war es dann auch, das „Freundschaftssingen mit italienischem Flair“, für dessen Organisation und Durchführung
die Dirigentin Maria Löhlein-Mader die Hauptlast trug. Auf Italien war ebenfalls der Wirtschaftsbetrieb eingestellt, der neben italienischem Wein auch die entsprechenden Speisen im Angebot hatte. Noch bevor der Vorsitzende Rudolf Berg die Gäste, Ehrengäste und Ehrenmitglieder begrüßte, zog der gemischte Chor der Sängerlust, mit Franz Herb am Akkordeon an der Spitze, zu den Klängen der italienischen Nationalhymne in die Halle ein.

Wichtige soziale Funktion

Der Erste Beigeordnete Andreas Pfeiffer, 2017 bereits zum dritten Mal Gast des Gesangvereins, ließ es sich nicht nehmen, die Grüße der gemeindlichen Gremien aus Mörlenbach zu überbringen. Sein Dank ging an die Sängerlust, für deren „extrem wichtige, soziale Funktion“ und auch für die „Unterstützung bei allen gemeindlichen Veranstaltungen“. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte er ein gefülltes Kuvert. Den Reigen der Gesangsauftritte eröffneten die Gastgeber mit „Lieber Frühling, sei begrüßt“ in der deutschen Fassung von Hannes Güttner. Es folgten mit „Übern See – Heut’ ist so ruhig der See“ und „Gern haben tuat guat“ zwei Weisen aus Österreich. Als erster Gastchor war der gemischte Chor der SKG Ober-Mumbach unter der Leitung von Fritz Geiß zu hören. „Sterne über Amalfi“, im Satz von Otto Groll, und „Santa Lucia“, im Satz von Dieter Frommlet, passten dabei sehr schön zum Motto des Abends. „Kumbaya my Lord“, im Satz von Hans-Kasper Scharf, beendete den Auftritt. Als nächstes an der Reihe war die Harmonie Brombach-Kröckelbach mit Thomas Reisig als Dirigent. „Drei lachende Mädchen“, im Satz von Christian Siegler, und „Benia Calastovia“, im Satz von Dorian Altenburg, waren hier zunächst zu hören. Nach dem „Hahn von Onkel Giacomito“, im Satz von Richard Trares, war dann mit „Rock mi“ die erste Zugabe des Abends fällig – in einer am Anfang abgeänderten Textfassung, die dem Publikum sehr gefiel. Danach übernahm der Frauenchor „Just Enjoy“ der SKG OberMumbach mit Dirigentin Melanie Buso das Zepter. „Ngwana mo Afrika“ von Robert Sund und „You don’t own me“, im Satz von Jay Althouse, wurden zunächst alleine gesungen. Bei „I remenber“ von Sarah Quartel, mit Svetlana Hauk am Klavier, holte LöhleinMader zusätzlich noch den Frauenchor „Chor-y-Feen“ aus Weiher nach vorne, was für eine zusätzliche Stimmgewalt sorgte.

Singen mit Franz Herb

Beate Jahreis mit dem Liederkranz Rimbach sorgte für einen der vielen Höhepunkte: „Zwei kleine Italiener“ und „Die Gitarre und das Meer“, im Satz von Pasquale Thibaut, sorgten für eine beschwingte Fortsetzung des Programms. Das Stück „Frieden im Tal“, im Satz von Steve Krist, zeigte aber auch die weiteren musikalischen Fähigkeiten auf. Danach animierte Franz Herb am Akkordeon das Dorfgemeinschaftshaus zum Mitsingen. Der Sängerbund Bonsweiher mit Dirigentin Löhlein-Mader und Svetlana Hauk am Klavier brachte ein Potpourri mit Melodien aus der gleichnamigen Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond zu Gehör. Auch der Männerchor Sängerfreude aus Weiher hatte mit „Melodien zum Verlieben“, im Satz von Otto Groll, ein Potpourri ausgewählt. Der Frauenchor „Chor-y-Feen“ aus Weiher hatte mit „My heart will go on“ aus dem Film „Titanic“ und dem „Rhythm of Life“
anspruchsvolle Lieder ausgesucht und bestand diese gesangliche „Prüfung“ mit Bravour. Eine Herausforderung war das zweite Stück auch für Hauk und Jahreis am Klavier. Der „Kleine Chor“ der SKG Bonsweiher setzte dem ganzen anschließend noch ein i-Tüpfelchen obenauf und sorgte für einen
besonderen Höhepunkt zum Abschluss eines bemerkenswerten Abends: Ebenfalls unter der Leitung von Löhlein-Mader stehend, begann der Auftritt mit dem „Ständchen“. Musik, Text und Arrangement stammt dabei von Daniel „Dän“ Dickopf. Mit „Only you“ von Vince Clarke und „Put your head on my shoulder“ von Paul Anka wurden anschließend zwei weitere schöne Liedstücke intoniert.

Zottelmarsch zum Abschluss

Mit „Lass mich dein Badewasser schlürfen“, ursprünglich von den „Comedian Harmonists“, sollte eigentlich der Auftritt beendet sein. Zugaberufe und viel Applaus des Publikums sorgten aber dafür, dass mit dem „Zottelmarsch“, im Arrangement von Herwig Reiter, neben dem Gesanglichen noch etwas für das Auge geboten wurde. Rudolf Berg blieb es zum Schluss vorbehalten, sich bei allen Mitwirkenden und den Helfern im Hintergrund zu bedanken. ls

Diesbach Medien Weinheim https://www.wnoz.de//printstory?p_p_id=DetailedStory_WAR_portalsu…